TMG: Wie Betain zum Schutzfaktor für den Stoffwechsel wird

TMG: Wie Betain zum Schutzfaktor für den Stoffwechsel wird Biogevity Redaktion 22. Dezember 2025

Was ist TMG?

Trimethylglycin, kurz TMG, ist ein natürlich vorkommendes Molekül, das chemisch eng mit der Aminosäure Glycin verwandt ist und eine quartäre Ammoniumverbindung darstellt. Es wird auch als Betain bezeichnet. TMG kommt in allen lebenden Zellen vor und ist ein wichtiger Akteur im Stoffwechsel, insbesondere im sogenannten Ein-Kohlenstoff-Stoffwechsel. TMG ist ein essenzieller Methylgruppen-Donator, das heißt, es besitzt die Fähigkeit, Methylgruppen (CH3) an andere Moleküle zu übertragen, was für zahlreiche biochemische Prozesse im Körper notwendig ist.

Wofür ist TMG gut?

Die zentrale Funktion von TMG ist die Unterstützung des Körpers bei der Aufrechterhaltung der zellulären Homöostase und der Schutz der Gefäße.

  • Zellschutz: TMG fungiert als Osmolyt. Es hilft Zellen, ihr Volumen und ihren Wasserhaushalt zu regulieren, indem es den osmotischen Druck ausgleicht. Dies schützt Zellen, vorwiegend in Nieren und Leber, vor stressbedingter Austrocknung.
  • Homocystein-Senkung: TMG ist entscheidend für die Remethylierung von Homocystein zu Methionin. Homocystein ist ein Zwischenprodukt des Stoffwechsels, dessen erhöhte Spiegel als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten. TMG spendet eine Methylgruppe, um dieses potenziell schädliche Molekül zu neutralisieren und in eine harmlose und essenzielle Aminosäure umzuwandeln.

Welche Mangelerscheinungen gibt es bei TMG?

TMG ist kein klassisches Vitamin, daher existieren keine definierten TMG-Mangelkrankheiten. Da der Körper TMG jedoch selbst synthetisieren kann, ist ein primärer Mangel selten. Ein suboptimaler TMG-Status könnte sich jedoch indirekt bemerkbar machen.

  • Erhöhte Homocystein-Spiegel: Bei unzureichender Methylgruppenzufuhr oder Stoffwechselstörungen können die TMG-Spiegel im Blut sinken, was zu einem Anstieg der Homocystein-Konzentrationen führen kann.
  • Leberbelastung: TMG spielt eine wichtige Rolle in der Leberfunktion. Ein Mangel könnte die Fähigkeit der Leber zur Entgiftung und Fettverarbeitung beeinträchtigen.

Wo kommt TMG vor?

TMG ist in vielen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Die Bezeichnung Betain leitet sich von der Roten Bete (Beta vulgaris) ab, die besonders reich daran ist.

  • Rote Bete: Sie ist eine der reichhaltigsten Quellen.
  • Weizenkeime und Vollkornprodukte: Insbesondere Kleie enthält hohe Mengen.
  • Spinat: Ebenfalls eine gute Quelle.

Wie viel Bedarf hat der menschliche Körper?

Es gibt keine offizielle empfohlene Tagesdosis für TMG. Die tägliche Aufnahme über eine normale westliche Ernährung wird auf etwa 0,5 bis 2 Gramm geschätzt. Zur therapeutischen Senkung erhöhter Homocystein-Spiegel werden jedoch oft höhere Dosen eingesetzt, die über die normale Nahrungsaufnahme hinausgehen.

Laborwerte und Kosten für einen Bluttest nach GOÄ – Erklärung zu Laborwerten

TMG selbst wird selten im klinischen Alltag gemessen. Der primäre Zielparameter, dessen Senkung TMG bewirken soll, ist Homocystein.

  • Relevanter Laborwert: Homocystein im Plasma.
  • Erklärung: Dieser Wert gibt Aufschluss über einen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Messung erfolgt meist im Rahmen einer erweiterten Vorsorge. Ein optimaler Wert liegt typischerweise unter 10 µmol/L.
  • GOÄ-Kosten: Die Messung des Homocystein-Spiegels ist keine Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen (Kassenleistung nur bei klarer Indikation) und wird oft im Rahmen einer individuellen Gesundheitsleistung (IGeL) angeboten. Die Kosten für diesen speziellen Laborwert liegen typischerweise zwischen 20 und 50 Euro und werden nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet.

Woran erkenne ich ein gutes TMG-Präparat?

Ein hochwertiges TMG-Präparat sollte auf einer reinen, stabilen Form des Moleküls basieren.

  • Reinform: Das Präparat sollte als reines TMG (Betain) vorliegen und frei von Füllstoffen sein.
  • Formulierung: TMG ist hygroskopisch, das heißt, es zieht Feuchtigkeit an. Eine versiegelte Kapsel oder Pulverform in einem luftdichten Behälter ist wichtig, um die Stabilität zu gewährleisten.

Bioverfügbarkeit / Einnahmeempfehlungen aus Studien / Dosierungen

TMG hat eine ausgezeichnete Bioverfügbarkeit und wird nach oraler Einnahme schnell im Darm resorbiert.

  • Dosierungen zur Homocystein-Senkung: In klinischen Studien werden zur gezielten Senkung erhöhter Homocystein-Spiegel häufig Dosierungen zwischen 1,5 Gramm und 6 Gramm TMG pro Tag verwendet.
  • Einnahmeempfehlung: Um eine konstante Versorgung mit Methylgruppen zu gewährleisten, wird die Einnahme von TMG oft auf zwei Dosen pro Tag verteilt.

Mögliche Wechsel- und Nebenwirkungen mit TMG

TMG gilt als sicher und gut verträglich, insbesondere in den präventiven Dosierungen.

  • Nebenwirkungen: Die häufigste Nebenwirkung bei höheren Dosen (über 6 Gramm täglich) ist ein möglicher leichter Mundgeruch oder Körpergeruch, der an Fisch erinnern kann. Dies ist auf ein Stoffwechselprodukt zurückzuführen und lässt sich durch eine Reduktion der Dosis beheben.
  • Wechselwirkungen: TMG wird häufig mit B-Vitaminen (B6, B12 und Folsäure) kombiniert, da diese ebenfalls im Homocystein-Stoffwechselweg eine Rolle spielen. Klinisch relevante, schwerwiegende Wechselwirkungen mit Medikamenten sind nicht bekannt.

Wie ist die aktuelle Studienlage zu TMG?

Die Studienlage zur Effektivität von TMG bei der Senkung von erhöhten Homocystein-Spiegeln ist wissenschaftlich gut belegt und etabliert.

  • Kardiovaskuläre Gesundheit: Die Fähigkeit, Homocystein zu reduzieren, wird als wichtiger Beitrag zur kardiovaskulären Prävention gesehen.
  • Epigenetik und Altern: Die Rolle von TMG als Methylgruppen-Donator in Bezug auf die Stabilisierung der epigenetischen Muster oder die direkte Verlangsamung der Alterung wird derzeit intensiv in der Grundlagenforschung untersucht. Erste Ergebnisse deuten auf eine potenzielle Relevanz hin, sind jedoch noch kein Beweis für einen kausalen Anti-Aging-Effekt beim Menschen.

TMG ist ein wichtiges Stoffwechselmolekül mit klarem Nutzen für die Gefäßgesundheit. Seine breitere Rolle in der Langlebigkeitsmedizin ist vielversprechend, bedarf aber weiterer Humanstudien.

Die Einnahme sollte mit Bedacht und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem Arzt erfolgen.

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